Bericht im Teckboten

Herrschaftlicher Park für Grundschüler

24.06.2008

Historischer Moment an der Kirchheimer Alleenschule: Neuer Freiraum für Schüler ist freigegeben

 

Gestern hat die Kirchheimer Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker mit einem Countdown und unter frenetischem Jubel der Kinder den „Schulpark in den Herrschaftsgärten“ am ehemaligen Standort des Pädagogischen Fachseminars eröffnet.
alexander gölz
Kirchheim. Seit dem Ausbau der Ganztagshauptschule 1994 und dem Bau der Sporthalle Stadtmitte 2000 war der Schulhof für die rund 500 Schüler der Kirchheimer Alleenschule immer kleiner geworden. Vor sechs Jahren wurde der verbliebene Schulhof dann durch tatkräftige Hilfe von Eltern, Schülern und Lehrern neu gestaltet. Durch diese Maßnahme wurde aber nicht mehr Platz geschaffen, sondern nur eine pädagogisch sinnvollere Nutzung ermöglicht.
Nachdem seit 2005/2006 der Vollausbau zur Ganztagesgrundschule erfolgte und somit auch ein Großteil der Grundschüler über die Mittagszeit an der Schule blieb, verschärfte sich die Raumnot weiter. Die Grundschüler beanspruchten immer mehr Bereiche der Hauptschüler, sodass diese sich in die Stadt zurückzogen und erst wiederkamen, wenn die Grundschüler um 13.30 Uhr wieder Unterricht hatten. „Dass dies absolut nicht der Ganztagskonzeption der Hauptschule entspricht, versteht sich von selbst“, so Schulleiter Uwe Häfele. Aus dieser Problematik entstand die Idee, im angrenzenden Garten des einstigen Seminars einen Bereich speziell für die Grundschüler zu gestalten.
Im April vergangenen Jahres reichte die Schulleitung einen Antrag zur Schulhoferweiterung bei der Stadtverwaltung ein. Da das ehemalige Seminar-Grundstück dem Land Baden-Württemberg gehört, musste mit der Landesregierung verhandelt werden. Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker betont: „Die Verhandlungen liefen problemlos.“ So wird die Fläche zuerst einmal gepachtet. Die Stadt plant, das gesamte Areal in den nächsten Jahren zu kaufen und eine „grüne Oase“ innerhalb des Teck-Städtchens entstehen zu lassen.
Aufgrund der noch nicht ganz sicheren weiteren Vorgehensweise muss auf ein zweites Tartanfeld im Schulpark zunächst noch verzichtet werden. Die Kinder applaudierten aber, als sie hörten, dass zwei flexibel verwendbare Aluminiumtore bestellt worden seien und an den alten Laternenmasten Basketballkörbe installiert werden sollen.
Uwe Häfele betonte die beispiellose Solidarität und das Engagement der zahllosen Eltern, die an zwei Wochenenden das Parkgelände auf Vordermann gebracht hatten. In über 400 Arbeitsstunden wurde Gebüsch ausgelichtet und ein großer Betonteich zum „größten Sandkasten“ Kirchheims umfunktioniert. Weiter wurden Wege ausgebessert und zwei große Tischbänke aus wetterfestem Holz gebaut. Der Rektor lobte die unnachahmliche Solidarität ansässiger Unternehmen, die die fleißigen Helfer nicht nur mit Baugerät, sondern auch mit kulinarischen Leckereien versorgt hatten.
Doch auch in den kommenden Wochen geht es emsig zu in der Kirchheimer Schule: Das nächste Projekt der Alleenschule ist die Gestaltung eines Aufenthaltsraums für die Hauptschüler. Dieser soll in die leer stehende Hausmeisterwohnung der einstigen Seminargebäude integriert werden.