Teckbote 23.07.2009

LOKALES                                           

Gewagtes Experiment kommt an

Kirchheimer Alleen- und Musikschule erzielen mit Kooperationsprojekt erste Erfolge

Eve-Kathrin Jans

Kirchheim.

Das Kooperationsprojekt „Musizieren hat Wirkungen – Werte vermitteln mit Musik“ der Musikschule Kirchheim und der Ganztagshauptschule der Alleenschule Kirchheim gibt Schülern der fünften und sechsten Klasse die Chance, im Rahmen des Schulunterrichts ein Instrument oder Gesang zu erlernen.

Eine „tolle Stimmung“ sei das gewesen, als Schüler spontan bei strahlendem Sonnenschein auf dem Schulhof Trompete übten und gleichzeitig aus dem Schulgebäude die Gesangsübungen der anderen Gruppe drangen. Dies ist eine der Erfahrungen mit dem neuen Kooperationsprojekt, von der Uwe Häfele, Schulleiter der Alleenschule, und Hartmut Schallenmüller, Musiklehrer der Alleenschule, berichten.

Die Idee, das Kooperationsprojekt letztes Jahr ins Leben zu rufen, kam von der Kirchheimer SPD-Kreisrätin Marianne Gmelin, die von einem ähnlichen Projekt an einer Mannheimer Gesamtschule gehört hatte. Die Kooperation von Haupt- und Musikschule gab es so allerdings noch nicht, man wagte damit ein „spannendes Experiment“, erläutert Schulleiter Uwe Häfele.

Das Projekt „Musizieren hat Wirkungen“ wurde den Schülern und Eltern anhand eines Informationstages vorgestellt. An diesem Tag stellten die Kirchheimer Musikschullehrer die verschiedenen Instrumente vor und die Schüler konnten etwas „reinschnuppern“. Vom Zugang der Schüler zu den Instrumenten war Musikschullehrer Gerhard Schaufler „uneingeschränkt positiv überrascht“. Auch Musikschulleiter Thomas Arnold, für den das Projekt „totales Neuland“ war, ist angetan von dem Kirchheimer Kooperationsprojekt, und zugleich froh, dass die Finanzierung durch Stiftungen und Fördervereine gesichert zu sein scheint.

Im Moment nehmen 19 Fünft- und Sechstklässler der Alleenschule das Angebot wahr, ein Instrument oder Gesang über mindestens zwei Jahre bei professionellen Musikschullehrern zu erlernen. Anstelle des „normalen Musikunterrichts“ gehen die Schülerinnen und Schüler in ihre Gruppen zusammen, um Gitarre, Trompete, Saxofon oder Gesang zu üben. Im Elternhaus wird das Üben trotz anfänglicher Bedenken der Initiatoren akzeptiert, und nun sind die Eltern natürlich auch stolz auf ihre Sprösslinge.

Mit Hilfe des Projekts wollen die Initiatoren unter anderem das Sozialverhalten und die Teamfähigkeit der Schüler sowohl fördern als auch fordern. Eines der Ziele des Projekts, die Stärkung der Persönlichkeit der Schüler, ist schon jetzt in einer gewissen Form erreicht, berichtet Uwe Häfele. „Wenn sie mit ihrem Instrument auf dem Buckel durch das Schulhaus laufen, sind sie gleich einen Kopf größer“.